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Peer Review

03.03.2009  (jp)

Vorteile von Peer Review

Peer Review ist ein sehr flexibles Instrument, das sich den jeweiligen Bedingungen und Bedürfnissen optimal anpasst: Es kann zur Evaluierung einzelner Qualitätsbereiche, aber auch zur Beurteilung des gesamten Qualitätsmanagementsystems einer Institution eingesetzt werden. Als Meta-Instrument der Evaluierung knüpft es an verschiedene Strategien und Instrumente der Qualitätssicherung und -entwicklung (z.B. Selbstevaluierung, ISO, EFQM and BSC) an, die bereits in vielen Ländern und Institutionen gängige Praxis sind. Qualitätskontrolle kann mit Qualitätsentwicklung kombiniert werden, wenn Peer Review in den Qualitätszirkel integriert wird.

Eine Gruppe von externen ExpertInnen, so genannte Peers, wirft einen Blick von außen auf die im Rahmen des Verfahrens besuchte Institution. Da Peers "Gleichgestellte" sind, wird ihnen seitens der Ausbildungsinstitution für gewöhnlich mehr Akzeptanz und Vertrauen entgegengebracht als externen EvaluatorInnen oder SchulinspektorInnen. Im Gegensatz zur traditionellen Inspektion konzentriert sich Peer Review nicht nur auf den Input, sondern die Evaluierung umfasst vielmehr auch die Prozesse (Throughput) sowie Ergebnisse (Output) und Wirkungen (Outcomes).

Erfahrungen zeigen, dass sowohl die evaluierten Bildungseinrichtungen als auch die Peers einen Nutzen aus dem Peer Review ziehen. Die Peers bringen ihre professionelle Erfahrung und ihr einschlägiges fachliches Know-how in den Evaluierungsprozess mit ein. Dadurch wird ein gegenseitiger Lernprozess zwischen ihnen und der jeweiligen Institution angeregt.

Peers können direkt bei ihrem Besuch Rückmeldungen über Stärken und Schwächen geben und zu verbessernde Qualitätsbereiche identifizieren; sie können die Institution aber auch in Form eines "Peer Coaching/Consulting" beraten. Alle Einschätzungen und Befunde der Peers werden an die Institution zurück gespiegelt und im Dialog zwischen Peers und Berufsbildungseinrichtung validiert. Die Ausbildungsinstutionen erhalten wertvolle Hinweise zur Weiterentwicklung ihrer Qualität, während gleichzeitig die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit des Verfahrens durch die externe Perspektive der Peers gestärkt wird.

Die Peers, die zumeist aus ähnlichen Arbeitszusammenhängen bzw. vergleichbaren Institutionen kommen, erhalten einen Einblick in andere Einrichtungen und lernen neben etwaigen Problembereichen auch deren Stärken kennen. Die Tätigkeit als Peer bedeutet also auch einen Zuwachs an Erfahrung und Wissen für die Peers.

Wenn Peer Reviews in einem Netzwerk von Bildungseinrichtungen durchgeführt werden, wird auch der Austausch zwischen den beteiligten Institutionen angeregt. Transnationale, länderübergreifende Peer Reviews tragen zu einem Transfer von Know-How und Erfahrungen in Europa bei und fördern das gegenseitige Verständnis und die Kooperation. Dadurch wird auch die Vergleichbarkeit im "Dschungel" der gegenwärtig verwendeten Qualitätssicherungs- und -entwicklungsinstrumente auf nationaler und europäischer Ebene erhöht.